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Der Dinge Maß

06.02.18 / 01.01.17

Wäre Staat überflüssig, etwa nicht existent, gäbe es kein Verlangen nach Demokratie. Demokratie ist eine (gar die ) Konsequenz der Erscheinung des Staates. Staat und Demokratie sind als siamesische Konzepte zu begreifen. Dieses Verhältnis soll in der Realität fortbestehen; nur dann sind Primat und Gewaltmonopol des Staates erträglich.

Es gibt keine Gesellschaft ohne Herrschaft.

Also muss im Umkehrschluss Demokratie als Bedingung, Voraussetzung, Wegbereiter für/von Staat betrachtet werden. Staat wird so zum Staat der Demokraten. Staat spielt für Zivilgesellschaft und Souverän die Rolle des Dieners.

Diese Vorstellung ist allerdings ein Idealtypus, denn in der realen Welt wird die Institution des Staates von Herrschern in Beschlag genommen, ja okkupiert. Die Wahlen in Deutschland und den westlichen Demokratien ändern am Umstand, dass der Staatskomplex realiter gegenüber der Zivilgesellschaft in der Rolle einer Besatzungsmacht auftritt nicht.

Die Vorstellung von “ihrem Staat”, dem der Zivilgesellschaft, dem des Souverän, dem der Bürger bleibt eine Illusion - mit der zu leben ist.
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