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18.01.18

Die (politisch) bedrängte Zivilgesellschaft

Unter Zivilgesellschaft im Rahmen von Gesellschaft wird der uneingeschränkte Nutzen des Staatskomplexes postuliert.

Bedauerlich oder nicht bedauerlich muss konstatiert werden, dass die Zivilgesellschaft im Zusammenwirken mit dem faktischen Staatskomplex, der als solcher umfangreiche Funktionalität wahrnimmt, zur (funktionellen) Restgröße reduziert ist.

Die sozialistische Infektion mag dazu als wesentlicher Motor fungieren. Es gibt laut Parkinson dazu allerdings auch die Tendenz der Expansion des Staatskomplexes, die der Logik entspringt. Da Gewaltmonopol und Primat dem Staat obliegen, gehören die mächtigsten Bataillone Herrschender in der durch Individuen konstituierten Gesellschaft ebenfalls zum Staatskomplex. Wenn gelegentlich (mächtige) Industriekonzerne dem Staatskomplex das Schnippchen schlagen, bleibt dies Ausnahme, die zwecks Propaganda stets gewaltig aufgebauscht wird.

Es gibt seit langem die ungünstige Tendenz, dass Staat (wirklich) alle Lebensbereiche, insbesondere also die privaten durchdringt und bestimmt. Die Tendenz ist ungebrochen. Die Prognose weicht davon nicht ab.

Zweifellos halten Liberale dagegen.

Als Resultat bleibt allenfalls, dass das Kollektiv der Individuen (“nur”) mit gebremster Geschwindigkeit verstaatlicht wird. Nicht einmal die Konservativen wollen oder können sich dem Propaganda-Druck - im 20. Jahrhundert vielfach und situativ erfolgreich erprobt - entziehen. Weitergehend haben Sozialisten unter Einsatz fragwürdiger politischer Moral und Propaganda dafür sorgen können, dass weltweit - also auch in Deutschland - ein Teil der Wähler in diesen Jahren das nationalistische Lager als Lösung für das Problem der Staatskomplex-Dampfwalze (1) gegen die genuine Zivilgesellschaft präferiert. Diese Menschen sind damit aus dem politischen Prozess sozusagen entsorgt und fallen - wegen der Abstrusität von Nationalismus - im Sinn einer positiven Reform als Verbündete aus. Es werden die Herrschenden wohl dafür sorgen können, eine entsprechende Revolution zu vermeiden.

Die im Staatskomplex tätigen Menschen leben glücklich, sind sicherlich überwiegend Personen guter Intention. (Theoretisch) Denkbar ist, dass künftig alle Individuen beim Staatskomplex angesiedelt werden, d.h., an diesem politischen Ort unterkommen. In diesem Fall könnte ein solcher Staat eine Zivilgesellschaft aus sich heraus (erneut) de-segregieren. Der Zustand disjunkter Funktionszonen und das optimale Gleichgewicht beider Funktionalitäten wären erneut hergestellt.

Es bleibt zusammenfassend dabei, dass der Sinn menschlichen Lebens niemals der Staatskomplex, sondern ausschließlich durch die Funktionalität der Zivilgesellschaft erfüllt ist. Zwar mag manchmal einer Person während der Ausübung des Berufes ein Werturteil einfallen; das aber impliziert nicht deswegen etwa die staatliche Vorgabe des Wertes. Nicht Staat oder der handelnde Staatskomplex sind Werte-Quellen, sondern ausschließlich die in zivilgesellschaftlicher Rolle seienden Individuen. Deswegen nicht erforderlich, dass der zuvor beschriebene Umweg über die vorübergehende Verschmelzung von Staatskomplex und Zivilgesellschaft gegangen wird.

Die Erfahrung der UdSSR sollte nicht wiederholt werden. Die Verluste lohnen nicht.

All dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass Zurücklehnen beim jetzigen Zustand der “westlichen Demokratien” als zielführendes Verhalten geboten ist. Im Gegenteil sind trotz erdrückender und definitiv nicht zielführender Steuerlast weitere “Steuern” unvermeidbar: In Naturalien, nämlich Lebenszeit der Individuen: Funktionell adäquate Realpartizipation am politischen Prozess, wobei Primat und Gewaltmonopol beim Staatskomplex bleiben müssen.

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(1) Staat dezimiert seine eigene Zivilgesellschaft

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