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Sprache verrät

19.02.17 / ... / 09.07.01

Politischer Jargon

Politische Sprache, ein Thema, das Bibliotheken füllt. Dieses Fass hier vollständig aufzumachen, sprengt den Rahmen. Nur einiges sei festgehalten. Politische Kommunikation, ein Prozess, der durch Rückkopplung gesteuert, mit dem Ziel maximaler Wahlergebnisse laufender Anpassung unterliegt. So bewähren sich Rede- und Ausdrucksweisen in der Praxis. Sprache und Begriffe sind damit Indikatoren für gesellschaftliches Durchschnitts-Bewusstsein.

Liberales Denken hat liberale Sprache zur Folge; die muss nicht, kann nicht und wird nicht auf Parteitagen beschlossen werden. Auch liberale Sprache ist das Ergebnis politischer Praxis und damit eine Anzeige für das Bewusstsein etwa zur wünschensweretn “liberalen Demokratie”.

Bekannt und erlaubt ist, dass Politiker aller Gattungen und Meinung bzw. Programme stets “alles haben” wollen. Bezogen auf diesen heißen, nachvollziehbaren Wunsch liefern unsere Damen & Herren, zuständig den Staatskomplex zu führen, nur Bruchteile der dafür erforderlichen intellektuellen Kapazität. Sie verfallen deswegen in einen missverständlichen, beliebigen auch willkürlichen also insgesamt unseligen Jargon. Es stört sie offenkundig nicht, dass solches Verhalten viele Bürger an den Vorteilen des demokratischen Regimes zweifeln lässt. Besonders Sozialisten und Konservative wundern sich noch nicht einmal über die 40% Zustimmung für Sozialisten (1) und Rechtsextreme (1).

Von besonderem Interesse sind sprachliche Prägungen mit politischer Wirkung zu Gunsten sozialistischer Programmatik, insbesondere wenn sie seit langem bestehen. Allen Beispielen gemeinsam: Inhaltliche Unbestimmtheit. Sozialisten vermeiden, seit 1990 verstärkt, Festlegungen ihrer Perspektive; diese Unredlichkeit ist zu denunzieren.

Im Folgenden also eine Auswahl des konservativ-sozialistischen Jargons in diesen Zeiten:
 

obrigkeitsstaat- lich orientierte Sprache

Wirkung

liberales Denken

 

 

 

Arbeitsplätze

Wer Arbeitsplätze besorgt ist edel. Viele warten, bis andere etwas tun. Staatliche Förderung “erwünscht”

Kapitaleigner investieren. “Arbeitnehmer” werden dienstverpflichtet

Bevölkerung

Der Sprechende, Redende bzw. Schreibende hat eine verhaltensökonomisch induzierte geistige Verfassung in der Menscheit als homogene Masse wahrgenommen wird, damit entgegen der sowi. Unbestimmtheit auf (zu) wenige, gar eine Verhaltensdimensionen reduziert ist. Etwa der Sprechende fühlt sich über diese Masse so erhaben, dass Legitimation “zu befinden”, (angenehmerweise) gegeben ist.

Wer, wie Liberale, in aller Schärfe präsent hat, dass auch eine große Anzahl von Menschen aus, unterschied- lichsten Individuen besteht, also Menschenwürde verinnerlicht hat, verfällt nicht der Versuchung Menschen/ Bürger als “Bevölkerung” wahrzunehmen, gar zu adressieren.

Fortsetzung unterhalb der Tabelle

Kämpfende Politiker

Wichtigtuerische Heroisie- rung von Funktionsträgern, die im politischen Subsys- tem tätig sind. Suggeriert Aktionen. Auch Fürsten galten früher als unantastbar ...

Die Bürger wollen Re- sultate. Wer “kämpft” wirkt überfordert; Erset- zung naheliegend.

Marktversagen

Rechtfertigung für politische Gestaltung (Regelungen) zu Gunsten ‘angeblich’ benachteiligter Gruppen

Es versagen nichts als Institutionen, Personen oder eine Norm erweist sich als nicht zielführend

Mensch

(Fast) immer gebraucht, wenn ein Po- litiker einer Teilmenge der Individuen der Gesellschaft Gutes tun will. Da “Menschen” alle sind, wird dadurch Mitfühlen, Betroffenheit eben aller ausgelöst, wobei der Aussagende als besonders edle Figur qualifiziert wert- voller Mensch gesehen werden will

Kein inflationärer Gebrauch. Wann immer passend: wer- den Begriffe wie Personen, Individuen, Leute, Bürger, Einwohner oder Bevölkerung eingesetzt

Signale setzen

Wenn Politikerchen weiß, etwas ist wünschenswert u. käme an, aber Politikerlein kann od. will nichts machen, setzt Politikerleinchen Signale. Wissenschaftlich: Wertepolitik ohne Prozesspolitik. Moralisch: Glatte Lüge und Betrug.

Machen oder
Nicht-Machen,
that is die question.

Solidarität

Gemeinplatz zur Begründung von Steuern (Mehr)Einnahmen zur angeblichen Unterstützung Notleidender

Fairness ist beidseitiges Geben und Neh- men. Ein “Nein” ist u.U. fair.

Soziale Gerechtigkeit

Unvermögende erhalten mehr Unterstützung, ohne sich mehr anstrengen zu müssen

Die liberale Bürgergesellschaft lässt die Schwächsten nicht untergehen

Staat handelt?

Nirwanisierung von Politiker-Verantwortung, zugleich Methode, dem entsprechenden Diskurs auszuweichen

Nur Menschen handeln und verantworten ihre Handlungen.

Terrorismus

Von “Abscheulichem” darf man sich autolegitimierend distanzieren und gleichzeitig - andernfalls nicht möglich - die Vorteile der Diskussion über Tatmotive nutzen

Massenmord gar organisiert (künftigerLink Rechtsordnung-Ausblick) ist ein gewöhnliches Verbrechen

Unschuldige, Tod der

also gibt es “Schuldige”: Politiker, Globalisierer, Funktionäre, Kapitalisten (?). Die dürfen sterben?

richtig: Wehrlose, Tod der

Zumutbarkeit

Ist ein Umstand unzumutbar, entsteht Anspruch auf Ausgleich. Rechtssprechung seit 50 Jahren ausgebaut

Werden Rechte verletzt, ist dies auszugleichen. Ggf. “Rechte” ändern

Forts. von “Bevölkerung” (s.o)

Diese “Brötchen-Back-Sichtweise” (sehr verbreitet in Bildungsbürokratie und Schulpraxis) ist ein Beispiel für eine unzulässige Komplexitäts-Reduktion, die regelmäßig krasse politische Fehlentscheidungen zur Folge hat, weil die Unterschiedlichkeit der Individuen hierbei außerhalb der Betrachtung bleibt.

Zu ”Bevölkerung” gelten folgende Gleichungen:

  1. Bevölkerung -> bevölkert willenlos, der eine wie der andere
  2. Menschen = Bevölkerung + Art. 1 GG
  3. Bürger = Menschen + Wahlrecht
  4. Politiker = Bürger + Ge- oder gar Erwählter

Gesellschaft = Bevölkerung + Menschen + Bürger + Politiker + alle anderen Rollen (Rolle nach Dahrendorf)

“Bevölkerung” in Zusammenhang mit Themen wie Gesundheit, Einwohnerzahl meist “liberal-zulässig”. “Bevölkerung” in allen anderen Zusammenhängen ist eine typisch konservative und sozialistische Ausdrucksweise: “Wir Hochmögenden, Besserwissenden, Besserwollenden ... das da Unten der kleinen Leute” ...

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(1) jweils fein sauber differenziert in ihren jeweils eigenen Töpfen ...

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