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07.05.17

Die Seuche des Populismus

Relativ harmlos lautet die Definition von Populismus nach Duden: “(Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen”

Deftigere Aussagen bringt Wikipedia: Populismus "nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des 'einfachen Volkes' zu stehen. Populismus hat ... kein bestimmtes, eigenes Wertesystem, das seinen ideologischen Kern ausmachen und ihn von anderen Ideologien abgrenzen würde. Er kann daher mit ganz unterschiedlichen politischen Richtungen und Zielsetzungen einhergehen. Oft ist er Stilmittel von Protestparteien und -politikern, oder auch von sozialen Bewegungen. Historisch sind etwa der Peronismus und der Poujadismus als populistische Bewegungen bekannt. Allgemein wird häufig über die Begriffe „Linkspopulismus“ und „Rechtspopulismus“ diskutiert, wobei sich viele Themen überschneiden können ...

Anfang des 21. Jahrhundert ist die in Europa verbreitetste Form des Populismus der sogenannte "Rechtspopulismus", welcher politisch gesehen darauf aus ist, Macht in Form von Anfeindungen gegenüber Fremden oder Ausländern zu generieren.” Bis auf seine Parteigänger besteht Einvernehmen, auf Nationalismus basierender Rechtspopulismus zu verwerfen ist.

Anders im Fall des Linkspopulismus; seine Parteigänger, die Vertreter von Sozialismus begründen - “ihren” nicht zugegebenen - Populismus mit dem von Marx formulierten Anspruch, Sozialismus sei “wissenschaftlich”, was ihrem Handeln, sogar die Diktatur des Proletariats, also Totalitarismus legitimiere. Erst Recht sind Umverteilung, soziale Gerechtigkeit, Verstaatlichung, weitgehende materielle wie soziale Gleicheit, die Diskriminierung von Volksfeinden und die Verelendungsstrategie zulässige Forderungen bzw. legitime Handlungen.

Populismus besteht darin, mit versimpelnden, jedenfalls durch Fakten nicht belegte Verheißungen den Millionen ein angenehmeres Leben/Dasein zu versprechen.

Die Grenzen populistischen Verhaltens zu verantwortungsloser Demagogie sind fließend und - zuzugeben - andererseits auch zu legitimer Demokratie. Der Elchtest, um dem Populismus-Vorwurf zu entkommen, besteht regelmäßig in der Machbarkeit eines bestimmten Versprechens.

Werden Gewissenhaftigkeit, Redlichkeit, u.ä. als Tugenden bzw. menschliche Qualitäten  akzeptiert, ist der grassierende Populismus ein schamloses Verhalten, jedenfalls durch die Aussage, der Mensch sei nie fehlerfrei unbedingt inakzeptabel. Populismus gelingt weil:

  • Menschen stets auf besseres Leben hoffen
  • “Politik” in der arbeitsteiligen, vielfältigen Gesellschaft nur komplex dargestellt und
  • Zukunft nicht voraussehen werden kann.

Angesichts der Grauzonen seiner Erscheinungen wird die Kontroverse um Populismus die Menschheit immer begleiten.

Einige typische Varianten von Populismus werden in den Unterabschnitten dieser Ausführungen näher erläutert.
  

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