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Rationalität und Psyche

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16.09.21 / 26.03.20 / 18.04.18 / 17.02.05

 

Verkraftet die Menschheit die Rationalität von Theorie?

Anzukündigen ist kurz vor Ende der LN, in liberalem Rahmen, die gedankliche Reise vom menschlichen Überlebenstrieb zum Homo Psychologicus und weiter zum Homo Soziologicus, jeweils unter Gesichtspunkten strenger Rationalität ... und wieder zurück.

 

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Mit dem Konzept des Überlebensinstinktes im sozialen Raum des menschlichen Seins zu operieren, genügt nicht, weil im sozialen (realen) Sein dieses Faktum erkennbar und fühlbar nur eine Teil-Rolle spielt.

Die Menschheit formiert (aufgestellt, konfiguriert, gruppiert) sich bekanntlich seit Jahrtausenden arbeitsteilig; das hat zur Folge, dass der Einzelne im Gefüge aufgeht und dadurch “besser” überlebt. Die durch Individuen konkretisierte Gesellschaft besteht als ein Organismus; jeder Einzelne ist konzeptionell und faktisch ein Organ der Gesamtheit, die lebt, weil ihre Organe funktionieren.

Aus der Perspektive des Einzelnen ist der Übergang zum (sozialen) Makrokosmos als fließend anzunehmen. Zur bio-atomaren Welt ist andererseits die Grenze unbekannt, nicht definiert, also offen. Der menschliche Überlebensinstinkt als Funktionsprinzip, das seinen Ursprung in der bio-atomaren Welt haben muss, bleibt allerdings als wirksam anerkannt.

Die Wirkung des Überlebensinstinktes im sozialen Kosmos wurde im Laufe der Entwicklung jeder durch Menschen konkretisierten Gesellschaft zusätzlich durch Kultur veredelt. Der nackte Überlebensinstinkt ist sublimiert, in umfangreiche soziale Software (u.a. in Rechtsordnungen, d.h., Gesellschaftsverträge) eingebettet.

So weit einige Pinselstriche zur “Natur” des (psychischen und gesellschaftlichen) Menschen in seinem Soziokosmos.

 

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Mensch als gedachte Maschine

Es wabert der Mensch im Raum von (gedachtem) Determinismus und (gedachtem) Indeterminismus. So sei mit Ziel später formulierter und belöegter Sichtweise das prima facie rationale Kalkül des menschlichen Seins (modellhaft) als Computer-Hardware und Software mit Datenbestand überlegt.

Zu fragen ist, ob der (reale) Mensch - ggf. einzelne Individuen - täglich seiend, beobachtend, handelnd, sich reproduzierend, in einem Wort: lebend, Zugang zu dieser Vorstellung finden kann. Lässt sich auf dieser Grundlage die Sinnfrage menschlicher Existenz angesichts

  • des Bedürfnisses von Spiritualität,
  • des sozial sublimierten, metaphysisch rational begründbaren Überlebensinstinktes,
  • der zu Angst vor dem logischen, rationalen Faktum des künftigen Todes veranlasst, gar “berechtigt”,

positiv beantworten? Immerhin:

  • werden Anschauungen zum sozialen Organismus, die sozialwissenschaftliche Unschärfe von rationaler Kälte getragen,
  • gehört zum Erfahrungswissen aus Jahrhunderten der technische Fortschritt so wie der der Biologie und vor allem dem der Genetik die Machbarkeit vieler Anliegen und
  • die Erfahrungen, dass Lernen Verhalten ändert und (erst und nur) gemeinsames Wissen Gesellschaft konkretisiert.

Wenn all das nicht genügte, ist / müsste die verbreitete Auffassung, dass “alles” determiniert sei, nicht als Tropfen, sondern als Eimer das randvolle Fass zum Überlaufen bringen. Ist der Mensch angesichts so geballter Rationalität nicht zur Verzweiflung gar verdammt?

Nein, mit der Fiktion von Copmputer-Software-Datenbestand lässt sich leben, denn das Modell ist zu verwerfen, weil daraus nichts unmittelbar wirklich Praktisches folgt. Zur Erfahrung gehören nämlich auch:

  • weitergehend als Sokrates: Kennt der Einzelne sein (eigenes) Wissen? Schon das eigene Wissen greift großräumig, kann, da schier unendlich, nicht und nie als erschlossen charakterisiert werden,
  • die allgemeine Unwissenheit hat kosmische Dimensionen,
  • das Prinzip der sozialwissenschaftlichen Unschärfe öffnet das Fenster der Ungewissheit mit der Folge, daß Vorhersage unmöglich und auf dem fortschreitenden Zeitstrahl mühsam gewonnenes Wissen systematisch unbrauchbar wird.
  • Näherungsweise ist vieles “determiniert”; bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch das Gegenteil: Es gibt keinen empirischen Beleg für grundsätzliche Determiniertheit.

Das rationale Meta-Kalkül zerstört damit die herkömmlichen diffusen Anschauungen zur Sinn- Frage menschlicher Existenz nicht. Im Gegenteil: Rein praktisch wird die Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz sogar verstärkt. Sinn und Nicht-Sinn koexistieren als Resultat früherer Zustände, die aus letztlich nicht gewussten Gründen evolutiver Änderung unterliegen. Wie bereits postuliert, kann der Mensch insofern “problemlos” mit dem dargelegten fiktiv- rationalen Kalkül leben. Sogar der Raum für religiöse Anschauungen, denen zufolge das Schicksal des Menschen in der Hand Gottes liegt, ist nicht eingeengt. Immerhin ist Glauben eine Handlung, die vielfältig Nicht-Wissen ersetzt. Die religiöse Grundauffassung, also der Glaube an Gott, koexistiert widerspruchsfrei mit dem rationalen Meta-Konzept zu Mensch als Hard- und Software plus Daten und Gesellschaft.

Deutlich müsste geworden sein, dass Anschauungen, die besseres Wissen über Mensch und Gesellschaft beanspruchen, daher Transaktionen im Sinne von Vorschriften für individuelles Verhalten (unvermeidlich doktrinär) definieren, auf fehlerhaftem Denken beruhen, d.h., regelmäßig fehlerhaft sind. Dem widerspricht jedoch nicht, etwa die Rechtsordnung als Gesellschaftsvertrag, d.h., eine, zwingend gewollte, Vereinbarung, zu verstehen. Einzig Handlungen, die auf Zerstörung oder Beeinträchtigung des autonomen, also freien Menschen (u.a. Widerspruch zum Überlebensinstinkt) hinauslaufen, sind rational unerlaubt.

 

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Die Anschauungen der lediglich “näherungsweisen Determiniertheit” (einiger Prozesse) und die Ablehnung des Indeterminismus, d.h., die Affirmation vollständiger Determiniertheit, haben (logisch zwingend) in (respektvoller) Toleranz zu koexistieren. Entscheidend bleibt: Jedes Individuum kann, darf, ja muss (für sich) selber aussuchen, mit welcher Anschauung es sich wohler fühlt.

Der polare Gegensatz von Determinismus und Indeterminismus lässt sich allgemein gültig nicht auflösen.

Selbstverständlich bleibt es (vermutlich: daher) dabei, dass das Gewissen des je Anderen als Tabu-Zone zu gelten hat.

 

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Alles, was zuvor im Hinblick auf Liberalismus formuliert wurde, ließe sich als Fazit notieren. Der Kürze und Redundanz vermeidend wegen, wie zur Erinnerung, exemplarisch hier diese Werte-Hierarchie:

Auch wenn es gelegentlich noch etwas genauer formuliert werden könnte: Sozialistische und konservative Auffassungen, auch wenn gutmeinend postuliert, sind damit abgeräumt. Dies erlaubt allerdings in keiner Weise, Träger solcher Denkweise etwa zu diskriminieren.
 

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