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06.05.19 / 08.02.18 / 01.03.17 / 24.01.17

Ein schillernder Begriff

          Mit anderem anderem Fokus, nämlich dem Einsatz der politischen Korrektheit mit dem Ziel der Ausgrenzung, formulierte Wolfgang Kubicki einen sprachlich besseren und klaren Text zum Thema. Unbedingt lesenswert. Link

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Von Rechtsordnung bis Knigge gehören in positiver Konnotation Vorschriften, Regeln, usw. zum Leben aller 7,5 Mrd Mensch-Personen dieser Welt.

Die politische Korrektheit besteht aus einer Teilmenge etablierter wertepolitischer Aussagen, wird folglich ebenfalls als etablierte betrachtet und wirkt bezogen auf den politischen Verkehr wie ein Teil der verabredeten Rechtsordnung.

Rechtsordnungen (1) sind unverzichtbar bis nützlich: zwecks Rücksichtnahme und Verhaltensentlastung. Der Kanon der bürgerlichen Gesellschaft, seit langen bekannt und etabliert, wurde da - wie jeder Kanon mit raumgreifenden Anspruch - unvermeidbar teilweise widersprüchlich, nie vollkommen respektiert. Während sich die Mehrheit nicht scherte, stillschweigend verdrängte oder überging, nutzten Befürworter des Sozialismus die partielle Widersprüchlichkeit als Ansatz, um das “System” insgesamt in Frage zu stellen. Zwar argumentierte Marx, die Rechtsordnung sei der ideologische Überbau des Kapitalismus, daher zu vernichten, aber andere Sozialisten forderten die strikte und ausnahmslose Einhaltung aller Gebote, Postulate auch der ungeschriebenen Rechtsordnung (1), die unvermeidbar Widersprüche erzeugt 

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Der Begriff wurde vor bald 100 Jahren in USA geprägt, um beleidigendem, abwertendem politischen Sprachgebrauch ein positives Verhaltensmuster entgegenzusetzen.

Ohne den Begriff zu nutzen, wurde die Bereinigung der politischen Sprache aus der NAZI-Zeit unter dem Leitmotiv der Angemessenheit durchgeführt. Sprachliche Verfehlung hat in Deutschland daher noch heute für Abweichler pikante Folge.

Es ist in der Literatur dargelegt, dass in USA Konservative ihren sozialistisch gepolten Widersachern vorwarfen, deren politische Korrektheit beruhe auf maßlosem Anspruch. Entsprechend verteidigen sich US-Sozialisten.

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Aufgrund sozialistischer Vereinnahmung lässt sich die heutige Handhabung der PC so beschreiben: Das Kaninchen starrt auf die noch so satte Schlange, weil es kommenden Hunger fürchtet. Diese Furcht ist unberechtigt:

  1. der Ursprung der heutigen politischen Korrektheit ist eine diffuse Antimoral mit den unstrittigen Postulaten gegen die gleiche, unvermeidbar diffuse Moral. Die auf Zeitabschnitte bezogene Praxis des Gefüges politischer Korrektheit besteht - vom aus Opportunismus gewählten konkreten Fall abgesehen - aus konzeptionellen Wolken: Metaebene.
  2. Ausgeblendet ist die prinzipiell unüberwindbare Ungleichheit der Menschen, die als Recht auf Individualität schon unter dem Gesichtspunkt der Würde zur kulturellen Grundausstattung gehört.
  3. Die Postulate des (westlichen) Wertekanons widersprechen sich, gar unvermeidbar,  zumindest teilweise mit der Konsequenz, dass wertewidriges Handeln immer wieder geschieht. Solche Feinheit ist schwer bzw. gar nicht vermittelbar, wird ggf. verdrängt oder schnell vergessen.
  4. Die Forderungen des Respekts der politischen Korrektheit geschieht im Einzelnen willkürlich und insgesamt so widersprüchlich wie der Kanon selbst.
  5. Die willkürliche Flexibilität bei der konkreten, auf den Vorgang bezogenen Anwendung gehört sicherlich zur Freiheit der Meinung. Dazu zählt insbesondere die regelmäßig hohe Empörung über die auf Widersprüchlichkeit basierenden Verstöße. Der Anspruch vom je Anderen die gleiche, selektive, von politischen Interessen geleitete Sichtweise zu verlangen, ist allerdings ein totalitäres Verhalten.

Es gibt zweifellos den Anspruch an das Handeln je Anderer unter politischer Korrektheit zusammengefasst. Sozialisten vermeiden aber bis heute, wohl auf Dauer, Definition und Adressieren der “politischen Korrektheit”; die marxistische Camouflage funktioniert ohne diese Festlegung besser.

Gegenmittel: Liberale Dialektik, siehe Flugblatt “Den Einzelnen stark machen, statt alimentieren”. Der rhetorische Rammbock hilft im Einzelfall. Beispiel: “in der DDR war nicht alles schlecht”; AntwOrt: “Jetzt ist auch nicht alles schlecht”.Fazit: Die (stillschweigende) politische Korrektheit ist genauso widersprüchlich wie jeder andere Wertekanon. Verabsolutierung entspringt totalitärer Absicht. Pikant ist weitergehend, dass die Aktivisten/Akteure für politische Korrektheit, davon beim eigenen Handeln durchaus zu Abstrichen bereit sind.

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In Stein meißeln:

In Deutschland ist jede Variante von Marxismus erlaubt, weil niemandem bestimmtes Denken verboten kann und auch nicht darf. Problem: Aus Denken folgt Handeln, ggf. gar camoufliert. Sind also Sozialisten des Teufels, weil sie erst die politische Korrektheit (PC) gestaltet haben und nun missbrauchen? Hm.

Was würde FA Hayek zum Thema sagen? Sinngemäß: Die PC ist ohne Zweifel von Menschen gemacht, aber nicht ex ante entworfen. Die PC ist eine (soziale) Bildung die sich ergeben hat und sich nun im Interesse sozialistischer Intention bewährt. Die PC auf den Müll zu werfen, wie von der Realität entwurzelte Personen bereits verlangt haben, bedeutete den Sozialisten die Meinungsfreiheit zu verbieten. Wie soll das gehen?

Die etablierte PC ist zweifellos ein Ärgernis. Es gibt aber nur den Weg über die schlagkräftigere persönliche Kompetenz von Vielen die Entwicklung neu auszurichten, hierbei ausgewählte positive Elemente zu pflegen. Liberalismus darf grundsätzlich nicht totalitär durchgesetzt werden. Stimmt, ein Hauch von Darwinismus weht in “dieser Gesellschaft”.

Angst ist nicht zielführend: Schon die sozialistische ist widersprüchlich. Erst Recht sind sozialistische Theorie und Praxis widersprüchlich. Ein Fall für liberale Dialektik. Allerdings ohne Kompetenz geht auch dieses nicht. Gut so, denn

es geht nicht um die Wünsche der Zehntausend, sondern um die Hoffnungen der Millionen.

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(1) hier im weitesten Sinn gemeint
 

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