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sowi Unbestimmtheit in der Realität

übergeordnete Ausführungen zu
Realität der sU

Liberale Notizen

Theorie

Unbestimmtheit

 

 

 

 

 

Zu
Unbestimmtheit
gehören

Wahrnehmbarkeit

Konsequenzen

Herrschaftswissen

Realität der sU

 

 

 

 

 

 

 

 

weitergehende
Ausführungen zu
Realität der sU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

22.09.17

Beispiele?

 

        Es trug sich zu, dass gestern ca. 16:00 am Info-Stand der FDP am Neumarkt in Köln, eine Studentin in den letzten Semestern der Politologie für das Gespräch “gefangen” werden konnte. Die Gelegenheit die sU an die Wählerin zu bringen, konnte nicht ungenutzt bleiben. Beim Vortrag des klassischen Satzes “lernt die Gesellschaft eine Theorie über die Gesellschaft, wird die Theorie (genau) dadurch ungültig” kam der so typische Gesichtsausdruck beim Verarbeiten einer neuen Einsicht, dass  “da etwas dran ist” und nach ein-zwei weiteren Sätzen wie eine Totschlagfrage: “praktisches Beispiel?” Die in situ gegebene Erläuterung war unbefriedigend. Deswegen also die nun folgenden Ausführungen, denn die “Totschlagfrage” ist berechtigt, also zwingend zu beantworten, soll die Bedeutung (Relevanz) des Prinzips der sU untermauert werden.

 

Hinweise

Noch so viele Beispiele belegen keine Theorie. Der Beweis wird im Fall der sU durch Logik, nach dem Prinzip von Wissen durch Logik, erbracht. (Strenge) Logik unterliegt u.a. nicht den Versuchungen der Verhaltensökonomie.

(1)

Anschauung für die Formulierung der sU im Jahr 2001 war die Erfahrung mit der Abfolge volkswirtschaftlicher Lehren wie klassische Ökonomie, Marxismus, Keynesianismus, Monetarismus, neoklassische Theorie, Behaviorismus, usw.

sU: die Abfolge ergibt sich daraus, dass die Erklärungsmodelle nicht länger “ausreichten”. Die Modelle waren jeweils gelernt worden, mussten zwangsläufig das Verhalten der Akteure verändern. Dadurch ergaben sich Ausnahmen und Gegenbeispiele, die dazu führten, dass jeweils die Modelle ins Wanken gerieten.

(2)

Auch dieses war 2001 verbreitet bekannt: Soll eine Prognose über die Entwicklung eines (beliebigen) sozialen Systems, etwa ein Unternehmen oder eine Volkswirtschaft erstellt werden, müsste auch der Algorithmus, die relevanten Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung bekannt, d.h., zuvor gelernt worden sein.

sU: Es “beißt sich die Katze in den Schwanz”, denn Lernen verändert Verhalten.

sU: Der Erklärende müsste über nachhaltig gültiges Meta-Wissen verfügen.

sU: Es müsste außerdem bekannt sein, welche Information, welchem Entscheider/ Konsumenten, wann bekannt werden wird, um ein bestimmtes (noch unbekanntes !) Verhalten auszulösen.

(3)

Seit 1963 gibt es den SVR zur Begutachtung der “gesamtwirtschaftlichen” Entwicklung. Selbstverständlich auf der Grundlage von Erwartungen, gar Prognosen. Wie oft die Gutachter “daneben” lagen, ist legendär.

sU: Die (viele) Akteure antizipieren ihr jeweils gegenwärtiges Verhalten, wider die Prognose.

(4)

Wollten die Herrschenden der UdSSR, aktuell die führenden Leute des Chavez/Maduro Regimes in Venezuela den Niedergang der Wirtschaft? Definitiv nicht. Die Akteure verhielten sich anders als von der Theorie zuvor postuliert.

sU: Wenn die Welt “so gut” ist, muss ich mich nicht anstrengen. Süffisant hinzugefügt: Obwohl Karl Marx, sicher anstrengende, Revolution als Klassenkampf prognostiziert hatte.

(5)

Es denkt und tagt tagt noch jeder Rat einer Zentralbank geheim, weil andernfalls die Akteure der Wirtschaft ihre künftigen Maßnahmen unterlaufen würden.

Andererseits ist seit einigen Jahren üblich, künftige Entscheidungen anzudeuten. Es soll chaotisches (künftiges) Verhalten vermieden werden, sondern Planungssicherheit als Handlungsgrundlage geschaffen werden. “Andeuten” ist die Mitteilung über eine Denkrichtung. Hält sich eine Zentralbank nicht strikt daran, wird sie insofern unglaubwürdig und kann / sollte die Andeutung unterlassen bzw. sich sparen.

sU: Damit wird belegt, dass Handeln in das “Universum des Unwissens” unvermeidbar ist.

(6)

“Wir schaffen das”. Wäre sich Frau Dr. Merkel im Spätsommer 2015 bewusst gewesen, dass ihre Äußerung buchstäblich Millionen gepeinigter Personen Teilnehmer einer Völkerwanderung (nach Deutschland) werden lassen sollte, hätte sie ... nicht ... sich jedenfalls anders verhalten.

sU. Tendenz, die Ärmsten mit wenig Kraft unterließen einzuwandern. Die Kräftigen kamen entgegen der Absicht von Gutmenschen durch.

sU: Neben der Provokation durch die Sog.Grünen mit Ihrer Tendenz sich den privaten NAZI zu halten, katalysierte Dr. Merkel damit die aFd;Merkel wollte bestmmt keine NAZIS als MdB erleben.

(7)

Es gab Absicht und Tat, die aFd durch “Politik” zu unterlaufen.

Die Umfragewerte für die aFd sind wenige Tage vor der Wahl am 24.09.17 aber um 1-2 Punkte gestiegen, weil das (geringfügige) Eingehen auf die Kritik an (der behaupteten “Flüchtlingspolitik” von) CDU/CSU und SPD/Sog.Grüne als Bestätigung der Berechtigung der aFd-Wut interpretiert wird und zur Linderung des Einwanderungsdrucks obendrein Abermilliarden EURO aufzuwenden sein werden, Obwohl Letzteres seit Jahrzehnt schwant.

sU: die (schwache) Reue der Täter bestätigt Notwendigkeit und Berechtigung der Bestrafung. Hinweis: Bei einem sehr kleinen Teil der Wählerschaft.

(8)

Als in Zeiten der Hochkonjunktur, 1956, die Arbeitslosenhilfe gesetzlich statuiert wurde, ging jedermann davon aus, die Hochkonjunktur sei nachhaltig. Das erfolgreiche deutsche Modell wurde bekannt und gelernt, hat dadurch sowohl Einwanderung wie Nachahmer katalysiert und zwang Gerhard Schröder zur Agenda 2010. Gut für Deutschland, verheerend bis heute für die SPD, was Schröder, Müntefering und andere am 14.03.2003, d.h., zum Zeitpunkt der Ankündigung im Bundestag, nicht vorausgesehen haben.

sU: viele Personen wurden “frewillig” Arbeitslosenhilfe-Empfänger; dies war für sie günstiger als machbare Bezahlung im Dienstverhältnis. Die gute Absicht von 1956 musste 2003 kassiert werden.

(9)

Wird die Wirkung einer Kriegswaffe bekannt, werden Gegenwaffen entwickelt.

sU: Die vorangehende Waffe verliert zumindest einen Teil ihrer Wirkung.

(10)

Desinformation.

sU: Das Individuum handelt nicht nach den Vorgaben einer zutreffenden, falschen, ihm bekannten oder nicht bekannten Theorie, sondern als Folge seiner Entscheidung nach situativer Gewichtung aller zum Zeitpunkt (meist) bewusst verfügbaren Information. Wenn der Empfänger an den Wahrheitsgehalt also der “Desinformation” glaubt, ändert er - in Übereinstimmung mit der Absicht des Desinformierenden - sein Verhalten entsprechend.

(11)

Ab Mitte 1973 tagte auf Initiative des Warschauer Paktes die “Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa” in Helsinki. Nur zwei Jahre später, d.h., Mitte 1975 wurde von den Teilnehmern die “Schlussakte von Helsinki” verabschiedet. Für die Bundesregierung war HD Genscher maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt. Genscher hat ebenso maßgeblich die zu ziehenden Konsequenzen formuliert. Den Sowjets ging es darum, durch Akzeptanz und Respekt ihren Herrschaftsbereich zu konsolidieren. Da auch die Regierungen der “Volksdemokratien” des Warschauer Paktes wie fast alle Regierungen der Welt feierlich die Menschenrechte postulierten, fiel ihnen nicht schwer die entsprechenden Bekräftigungen in die Vereinbarungen zur Schlussakte einzubeziehen.

sU: In Polen, Tschechoslowakei, DDR und andere Staaten erhielten viele Individuen von der Schlussakte Kenntnis und lernten ihren Inhalt. Resultate: 11 Jahre später formulierte Gorbatschow “Perestroika und Glasnost”, die Implosion des Warschauer Paktes, der diversen Regime und das spätere Auseinanderbrechen der UdSSR war, wie erst 1989-91 bewusst wurde, nicht mehr zu vermeiden. Der große Philosoph der Zeitenwende: “Verzeiht Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun” ...

(12)

Die Liste der Beispiele scheint endlos zu sein. Die Liste wird aus gegebenem Anlass erweitert.

 

Fazit:

Wer die sU formuliert, belegt, akzeptiert, vertritt, ist und bleibt Teil der Gesellschaft und wird Teil einer rekursiven Funktionalität, die auf eine definitiv abschließende Aussage hin nicht konvergiert. Das Problem ist dem der Tautologie verwandt. Zur Erinnerung: Beispiele belegen keine Theorie.
 

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