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08.02.18 / 01.03.17, 06:00 / 24.01.17

Karriere und Metamorfose eines schillernden Begriffes

          Mit anderem anderem Fokus, nämlich dem Effekt der Ausgrenzung, formulierte Wolfgang Kubicki einen sprachlich besseren und klaren Text zum Thema. Unbedingt lesenswert.Link

Von Rechtsordnung bis Knigge gehören Vorschriften, Regeln, usw. zum Leben aller 7,5 Mrd Mensch-Personen dieser Welt. Rechtsordnungen (1) sind unverzichtbar bis nützlich: zwecks Rücksichtnahme und Verhaltensentlastung. Der Kanon der bürgerlichen Gesellschaft, seit langen bekannt und etabliert, wurde da unvermeidbar teilweise widersprüchlich nie vollkommen respektiert. Während sich die Mehrheit nicht scherte, stillschweigend verdrängte oder überging, nutzten Befürworter des Sozialismus die partielle Widersprüchlichkeit als Ansatz, um System insgesamt in Frage zu stellen. Zwar hatte Marx argumentiert, die Rechtsordnung sei der ideologische Überbau des Kapitalismus, daher zu vernichten, aber andere Sozialisten forderten die strikte und ausnahmslose Einhaltung aller Gebote, Postulate auch der ungeschriebenen Rechtsordnung (1).

Es ergab sich nach und nach die “Kritik der Verhältnisse” als politische Kunst (2) und mündete in die Verelendungsstrategie sozialistischer Intention, nämlich die Widersprüche des Systems zu verstärken auf das es in sich zusammenbreche. Typische Vorwürfe sind etwa diese.

  • Wieso Arme, obwohl etwa Gleichheitsversprechen
  • Wieso Krieg, obwohl etwa das Töten von Menschen geächtet ist
  • Niemand darf diskriminiert werden
  • gleiche Schule, Krankenversicherung, usw. für alle
  • Märkte versagen (doch) und Kapital beutet prinzipiell aus

Es gibt weitere, auch detaillierter beschriebene Vorwürfe, die sogar die Verletzung von Menschenrechten anprangern. Gleichzeitig wurde und wird bis heute unter Berufung auf die Deklaration der Menschenrechte der Ansprüche-Katalog (Menschen-, Umwelt-, Demokratie- ) bis auf das Niveau der Einzelfallgerechtigkeit erweitert. Die jüngsten Forderungen sind etwa Tier- und Kinderrechte als Postulate der Verfassung. Die heute verbreitete Meinung, Staat sei zuständig, die Fährnisse im Leben des Einzelnen zu heilen, begünstigt den Prozess der Rechte-Inflation. Die Lawine wird durch die weiter zunehmende Widersprüchlichkeit und die zunehmende Schwierigkeit der Handhabung des Rechte-Geflechtes nicht aufgehalten. Motto: Der Kunde (Wähler) ist König; Zurückhaltung aus Solidarität findet zu wenig statt. Politische Korrektheit hat sich zum Kampfinstrument pro Sozialismus entwickelt.

* * *

Der Begriff wurde vor bald 100 Jahren in USA geprägt, um beleidigendem, abwertendem politischen Sprachgebrauch ein positives Verhaltensmuster entgegenzusetzen.

Ohne den Begriff zu nutzen, wurde die Bereinigung der politischen Sprache aus der NAZI-Zeit unter dem Leitmotiv der Angemessenheit durchgeführt. Sprachliche Verfehlung hat in Deutschland daher noch heute eine pikante Note.

Es ist in der Literatur dargelegt, dass in USA Konservative ihren sozialistisch gepolten Widersachern vorwarfen, deren politische Korrektheit beruhe auf maßlosem Anspruch. Entsprechend verteidigen sich US-Sozialisten.

Nach den Anfängen der guten Absichten des gepflegten Umganges, ist politische Korrektheit seit 50 Jahren in Deutschland ein sozialistisches Anliegen. In Zeiten des Kalten Krieges mit dauerhafter Okkupation der “Zone” durch das Militär der UdSSR und der Entwicklung des dortigen Unrecht-Staates, war es undenkbar in Westdeutschland breitere Zustimmung zu marxistischen Positionen zu gewinnen. Sozialisten verpuppten sich - verstärkt seit dem Aufkommen der Sog.Grünen vor 30 Jahren - in der politischen Korrektheit. Dieses Vorgehen wird durch das Godesberger Programm der SPD gedeckt. Sozialismus sei evolutiv herbeizuführen. Es ist der marxistische Intoleranz-Ungeist, der  zu “ ... Stigmatisierung und Ausgrenzung führt”. Derartige Politische Korrektheit hat - typisch Marxismus -  “Unfreiheit zum Ergebnis” Beide Redewendungen stammen aus Politische Korrektheit führt zu Ausgrenzung (Wolfgang Kubicki).

* * *

Mangelhafte politische Moral wurde - zu recht - beginnend nach WK, Teil 2 zunächst in USA angeprangert. Vor allem europäische Sozialisten übernahmen die Kritik an der herrschenden politischer Moral; dies diffundierte eher zufallsbedingt sogar weltweit. Darauf entstand der Vorwurf der “political incorrectness”, obwohl unberechtigt, denn niemand bzw. Wenige sind gegen Gleicheit, für Tötung, für Diskriminierung, für Herbeiführen von Chancen-Ungleichheit, für Betrug oder für Monopole. Es festigte sich das ursprünglich und bis heute nirgends geschlossen postulierte Konzept der politischen Korrektheit. Feinheiten spielen - da wirkmächtig nicht zu vermitteln - in der politischen Auseinandersetzung keine Rolle. Der Vorwurf gegen politische Korrektheit zu verstoßen, findet heute, stets diffus und ohne Bezug auf einen definierten oder benannten Katalog, verbreitet Zuspruch. Menschen/Personen mit sozialistischer Intention haben zum Thema politische Korrektheit stillschweigend und unbestreitbar Flughoheit. Der Zustand lässt sich so beschreiben: Ein Kaninchen starrt zitternd auf die noch so satte Schlange, weil es kommenden Hunger fürchtet. Diese Furcht ist unberechtigt:

  1. der Ursprung der heutigen politischen Korrektheit ist eine diffuse Antimoral mit den unstrittigen Postulaten gegen die gleiche, unvermeidbar diffuse Moral. Die auf Zeitabschnitte bezogene Praxis des Gefüges politischer Korrektheit besteht, vom konkreten Falls wie selbstverständlich abgesehen, aus konzeptionellen Wolken
  2. Ausgeblendet ist die prinzipiell unüberwindbare Ungleichheit der Menschen, die als Recht auf Individualität schon unter dem Gesichtspunkt der Würde zur kulturellen Grundausstattung gehört.
  3. Die Postulate des (westlichen) Wertekanons widersprechen sich, gar unvermeidbar,  zumindest teilweise mit der Konsequenz, dass wertewidriges Handeln immer wieder geschieht. Auch diese Feinheiten sind nicht vermittelbar, werden ggf. schnell vergessen.
  4. Die Forderungen des Respekts der politischen Korrektheit geschieht im Einzelnen willkürlich und insgesamt so widersprüchlich wie der Kanon selbst.
  5. Die willkürliche Flexibilität bei der konkreten, auf den Vorgang bezogenen Anwendung gehört sicherlich zur Freiheit der Meinung. Dazu zählt insbesondere die regelmäßig hohe Empörung über die auf Widersprüchlichkeit basierenden Verstöße. Der Anspruch vom je Anderen die gleiche, selektive, von politischen Interessen geleitete Sichtweise zu verlangen, ist allerdings ein totalitäres Verhalten.

Es gibt zweifellos den Anspruch an das Handeln je Anderer unter politischer Korrektheit zusammengefasst. Sozialisten vermeiden aber bis heute, wohl auf Dauer, Definition und Adressieren der “politischen Korrektheit”; die marxistische Camouflage brachte doch so gute Ergebnisse.

Gegenmittel: Liberale Dialektik, siehe Flugblatt “Den Einzelnen stark machen, statt alimentieren”

Fazit: Die (stillschweigende) politische Korrektheit ist genauso widersprüchlich wie jeder andere Wertekanon. Verabsolutierung entspringt totalitärer Absicht. Pikant ist weitergehend, dass die Aktivisten/Akteure im Dienst der politischen Korrektheit, davon beim eigenen Handeln durchaus zu Abstrichen bereit sind.

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In Stein meißeln:

In Deutschland ist jede Variante von Marxismus erlaubt, weil niemandem bestimmtes Denken verboten kann und auch nicht darf. Problem: Aus Denken folgt Handeln, ggf. gar camoufliert. Sind also Sozialisten des Teufels, weil sie erst die politische Korrektheit (PC) gestaltet haben und nun missbrauchen? Hm.

Was würde FA Hayek zum Thema sagen? Sinngemäß: Die PC ist ohne Zweifel von Menschen gemacht, aber nicht ex ante entworfen. Die PC ist eine (soziale) Bildung die sich ergeben hat und sich nun im Interesse sozialistischer Intention bewährt. Die PC auf den Müll zu werfen, wie von der Realität entwurzelte Personen bereits verlangt haben, bedeutete den Sozialisten die Meinungsfreiheit zu verbieten. Wie soll das gehen?

Die etablierte PC ist zweifellos ein Ärgernis. Es gibt aber nur den Weg über die schlagkräftigere persönliche Kompetenz von Vielen die Entwicklung neu auszurichten, hierbei ausgewählte positive Elemente zu pflegen. Liberalismus darf grundsätzlich nicht totalitär durchgesetzt werden. Stimmt ein Hauch von Darwinismus weht in “dieser Gesellschaft”.

Angst ist nicht zielführend: Schon die sozialistische ist widersprüchlich. Erst Recht sind sozialistische Theorie und Praxis widersprüchlich. Ein Fall für liberale Dialektik. Allerdings ohne Kompetenz geht auch dieses nicht. Gut so, denn

es geht nicht um die Wünsche der Zehntausend, sondern um die Hoffnungen der Millionen.

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(1) hier im weitesten Sinn gemeint
(2) besser: “kommunikative Kunst”, etwa unter Berücksichtigung von Stimmungslagen, singulärer Ereignisse, Kreise Betroffener, fehlerhaften Herrschens, unzulässige Verallgemeinerung, 

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